Sporthunde

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Hundesportarten mit und ohne Schutzdienst-Teil



Sportarten ohne Schutzdienst: Begleihund, Obedience, Agility, THS, Fährtenhund

“BH” (Begleithundprüfung)

Die BH ist eigentlich keine Sportart doch wollen wir sie hier nicht vergessen:
Der Begleithund sollte seinen Hundeführer in alle alltäglichen Situationen begleiten können ohne dabei negativ aufzufallen, ohne eine Belastung für den Hundeführer zu sein oder Anstoß in der Öffentlichkeit zu erregen.

Die BH-Prüfung ist eine Basisausbildung im Bereich Gehorsam, früher hieß die Prüfung Verkehrssicherer Begleithund was seine Eigenschaften eigentlich noch besser beschreibt.

Hier lernt der Hundeführer für jede Situation die richtigen Hörzeichen (“Fuß”, “Sitz”, “Platz”, “Hier” usw.) einzusetzen und der Hund lernt, diese entsprechend umzusetzen. Außerdem lernt der Hund das Verhalten zu anderen Menschen, Tieren und verschiedenen Verkehrssituationen.

Grundvoraussetzung in vielen Vereinen für eine VPG bzw. Schutzhundeausbildung ist der Nachweis einer bestandenen Begleithund-Prüfung (BH).

Obedience

Obedience kann man eigentlich ganz einfach als “Gehorsam” übersetzen, es ist eine Prüfungsform im Hundesport, bei der ein Hund freudig mit seinem Teamgefährten Mensch verschiedene Übungen meistert und ein kontrolliertes Verhalten in unterschiedlichen Situationen zeigt. Eine weitere große Herausforderung ist die Distanzarbeit, bei der der Hund auch mit einem Abstand zum Hundeführer bereitwillig gehorcht.

Obedience-Prüfungen werden in den Leistungsstufen Beginner-Klasse, Klasse 1, Klasse 2 und Klasse 3 durchgeführt. Die Durchführungen in den Klassen Beginner-Klasse, Klasse 1 und 2 werden durch die VDH-Obedience-Prüfungsordnung (VDH-OB PO) geregelt. Die Klasse 3 wird durch das FCI-Reglement vorgegeben und entspricht der FCI-Internationale-Obedience-Klasse. In dieser Klasse werden auch Europa- und Weltmeisterschaften durchgeführt. In der Beginner-Klasse wird sehr auf die Wesensüberprüfung des Hundes wert gelegt und man muss sogenannte Pflichtübungen erfüllen. Erhält das Team bei nur einer der fünf Pflichtübungen keine Bewertung, ist es durchgefallen. In den Leistungsklassen Obedience 1, 2 und 3, wird eine kontinuierlich ansteigende Leistungsanforderung und Weiterentwicklung der Übungen erkennbar.

Die Beginner-Klasse enthält folgende Übungen:

Die Klasse 1 enthält folgende Übungen:

  1. Verhalten gegenüber anderen Hunden
  2. Stehen und Betasten
  3. Gebiss zeigen
  4. Ablage in der Gruppe
  5. Leinenführigkeit
  6. Freifolge
  7. Sitz aus der Bewegung
  8. Kommen auf Befehl
  9. Zurücksenden zum Platz
  10. Bringen
  11. Umgang Mensch-Hund
  1. 1 Minuten sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten liegen mit Sichtkontakt
  3. Leinenführigkeit
  4. Freifolge
  5. Platz aus der Bewegung (Viereck 10 x 10 m)
  6. Kommen auf Befehl
  7. Zurücksenden zum Platz
  8. Sprung über die Hürde
  9. Bringen
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch-Hund

Die Klasse 2 enthält folgende Übungen:

Die Klasse 3 enthält folgende Übungen:

  1. 2 Minuten sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten liegen ohne Sichtkontakt
  3. Freifolge
  4. Sitz, Platz aus der Bewegung
  5. Kommen mit Platz
  6. Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
  7. Apport über die Hürde (Holzapport)
  8. Metallapport
  9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch-Hund
  1. 2 Minuten sitzen
  2. 4 Minuten liegen
  3. Freifolge
  4. Stehen, Sitzen und Platz aus der Bewegung
  5. Abrufen mit Stehen und Platz
  6. Voraussenden in ein Viereck
  7. Bringen auf Anweisung
  8. Metallapport über die Hürde
  9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
  10. Kontrolle auf Distanz

Agility

Als Agility vor ca. 10 Jahren durch den DVG (Mitgliedsverband des dhv) in Deutschland offiziell eingeführt und umgesetzt wurde, haben nur wenige Hundesportfreunde die enorme Entwicklung dieser aus England kommenden Sportart vorausgesehen. Inzwischen wird Agility im gesamten dhv-Bereich angeboten und ist eine echte Alternative zur Vielseitigkeitsprüfung und Turnierhundsport. Auf unseren Hundeplätzen haben mit Agility auch die niederläufigen Hunderassen Einzug gehalten und damit auch die Chance, International an den Start zu gehen.

Agility ist eine Disziplin, die allen Hunden offen steht. Sie besteht darin, die Hunde verschiedene Hindernisse überwinden zu lassen, mit der Absicht, ihre Intelligenz und ihre Gewandtheit zu erproben. Es handelt sich um ein erzieherisches und sportliches Spiel, welches ihre gute Einfügung in die Gesellschaft begünstigt.

Diese Disziplin setzt eine gute Harmonie zwischen dem Hund und seinem Führer voraus und endet in perfektem Einvernehmen in ihrer Gruppe. Es ist also notwendig, dass die Teilnehmer die elementaren Grundlagen von Erziehung und Gehorsam besitzen.

Turnierhundsport (THS)

Es war schon eine Entscheidung von bahnbrechender Bedeutung für den deutschen Hundesport, als im Jahre 1972 der swhv die in ersten Schritte in Richtung Turnierhundesport vollzog. Eine Entscheidung von Weitsicht, von der man heute weiß, dass sie die Landschaft des damals eng begrenzten Hundesportes nachhaltig verändert und in der Programmvielfalt bereichert hat. Und sie trug in der Folge ganz wesentlich zur öffentlichen Anerkennung sowie zur Erlangung der Gemeinnützigkeit für den Hundesport bei. Von nun an war die Öffnung der Hundesportvereine für alle Hundehalter und für alle Hundearten möglich. Der Weg zum “Sport mit dem Hund” war eingeschlagen, ein Angebot an die hundehaltende Bevölkerung gemacht.

Allgemeines zum Turnierhundsport

Nach ersten Schritten einiger Vereine im swhv, öffneten sich im Laufe der Jahre mehr und mehr Mitgliedsvereine und dhv Mitgliedsverbände dieser Sportart. Hauptsächlich die Jugend und Frauen fanden nun den Weg zu einem Hundesportverein und bereicherten das sportliche Treiben auf den Übungsplätzen mit den unterschiedlichst veranlagten Vierbeinern. Zug um Zug wurde das Turnierhundesport-Programm ausgebaut und verbessert. Heute können die dhv-Mitgliedsverbände Hindernislauf-Turniere, Vierkampf mit Gehorsam, Hürden-, Slalom- und Hindernislauf, CSC Wettkämpfe, Geländelauf mit dem Hund sowie eine große Zahl an Spielarten zukunftsgerichteten Sportes mit dem Hund flächendeckend anbieten. In die Aufbruchszeit der neuen Sportart fallen auch flankierend und damit den gesamten Hundesport unterstützend, die Einführung des dhv-Sportpasses und damit der dhv-Sportnadeln sowie die Gestaltung des heute zum Allgemeingut gewordenen Hundesport-Piktogramms. Auch der Begriff “Sport mit dem Hund” wurde in diese Zeit geprägt. Die Veränderung im Hundesport findet besonders bei den großen Turnierhundesportfesten und Meisterschaften sichtbaren Ausdruck, bei denen Hunderte von sozialverträglichen Vierbeinern im Wettkampf von Jugendlichen, Aktiven und Senioren geführt werden.

Alle Hundehalter sind zum Mitmachen eingeladen. Das breitgefächerte Angebot des Turnierhundsportes bietet heute ideale Möglichkeiten zu spontanen, spielerisch aufgebauten sportlichen Handlungen zusammen mit dem Hund. Durch den betont lockeren Aufbau hat insbesondere die Jugend, die hier schnelle Erfolgserlebnisse erzielen kann, zum Sport mit dem Hund gefunden. Erfreulich hoch ist der prozentuale Anteil von Mädchen und Frauen bei den Übungsstunden und zahlreichen örtlichen und überörtlichen Wettkämpfen. Eine neue Sportart für die ganze Familie, zusammen mit dem in der Familie gehaltenen Hund, hat sich durchgesetzt. Sport mit dem Hund macht einfach allen Beteiligten Spaß. Turnierhundsport bedeutet aktive Gestaltung der Freizeit und steht für die Begriffe Erholung, sportliche Ertüchtigung, Wettkampferlebnis, Erfolg und Niederlage. Kurz, er sollte für den Hundefreund die herrlichste Nebensache der Welt sein. Vierkampf, Geländelauf, Hindernislaufturniere und “CSC” Wettkämpfe fordern aktive Bewegungsarbeit von Hundesportlern und Hunden. Übungen mit messbaren Leistungsanforderungen, die angepasst sind an die natürlichen Veranlagungen und das Lernvermögen der Hunde, prägen diesen Sportzweig. Und das Schönste dabei ist, dass es absolut keine Rolle spielt, ob der Hundeführer nun einen großen oder kleinen, einen Rasse- oder Mischlingshund an der Leine führt. Hier zählt allein das Mitmachen. Eine gerechte und an den Sportler angepasste Bewertung wird durch die Einteilung in verschiedene Altersklassen gewährleistet. Die dhv-Mitgliedsverbände wollen mit dem Turnierhundesport allen Hundehaltern ein attraktives Angebot zur sportlichen Betätigung machen. Der Hund als Partner erfährt gleichzeitig die heute für den Alltag so wichtige Erziehung. Aus diesem Grund wendet sich der Turnierhundsport an alle Hundehalter, die den sportlichen Umgang mit ihrem Vierbeiner lieben und die über diese Sportart das Verständnis zwischen Hundeführer/in und Hund fördern wollen.

Fährtenhundsport (FH)

Für uns Menschen kaum vorstellbare Leistungen vollbringen Hunde mit ihrer hochentwickelten, mit Millionen von Riechzellen ausgestatteten Nase. Das ganze Potential an Fähigkeiten wird im Hundesport beim Ausarbeiten von Fährten gefördert und gefestigt. Eine Fährtenhundeprüfung abzulegen, ist für die zahlreichen Freunde dieser Sportart ein anzustrebendes Ziel.

Die Grundlagen für den Arbeitseifer, den unbedingten Willen, eine Fährte vom “Ansatz” bis zum letzten ausgelegten Gegenstand mit der Nase ohne abzuirren zu verfolgen, wird heute beim noch ganz jungen Vierbeiner gelegt. Mit Kompetenz sind auch hier die Übungsleiter der dhv-Mitgliedsverbände dem Hundefreund behilflich. Im Laufe vieler, zeitaufwendiger Trainingseinheiten, wird die Hundenase so konditioniert, dass sie den Anforderungen einer Fährtenhundeprüfung (FH) Stufe 1 und später bei hochveranlagten Hunden der Stufe 2, gewachsen ist. Um die Anforderungen deutlich zu machen, hier einige Kriterien, die in der VDH-Prüfungsordnung festgelegt sind. Sowohl die Fährten der Stufe 1 als auch der Stufe 2 werden von Auftragspersonen in Mischgelände (Äcker in unterschiedlichem Bearbeitungszustand und Bewuchs sowie Wiesen) und über Wege gelegt sowie von einer weiteren Auftragsperson zu einem späteren Zeitpunkt durchkreuzt (sog. Verleitungsfährte). Auf der Fährte sind kleine Gegenstände ausgelegt, die der Hund finden soll.

Nach drei Stunden Liegezeit kann dann der Hund auf das Hörzeichen “Such” seines Teamgefährten Mensch am Fährtenbeginn angesetzt werden. Er nimmt an der gekennzeichneten Stelle den Fährtengeruch auf und soll dann diesen über den ganzen Fährtenverlauf halten; andere Gerüche dürfen ihn nicht ablenken oder gar veranlassen, die Ansatzfährte zu verlassen. Während die FH 1 kürzer ist und weniger ausgelegte Gegenstände und Richtungsänderungen aufweist, wird bei der FH 2 an die Leistungsgrenze der Hundenase gegangen. Die Strecke ist wesentlich länger, weist mehr ausgelegte Gegenstände auf und ist in ihrem Streckenverlauf mit spitzen Winkeln, Diagonalen und Halbrundbögen sehr schwierig auszuarbeiten. Das es möglich ist, beweisen viele Teams auf Vereins-, Kreisgruppen- und Verbandsebene Prüfungssaison für Prüfungssaison. Das schöne am Fährtenhundsport ist die Tatsache, dass hier vielerlei unterschiedlich veranlagte Vierbeiner im Vergleich zu sehen sind. Alle haben eines gemeinsam: die hervorragende und zu einmaligen Leistungen fähige Hundenase.


Sportarten mit Schutzdienst: VPG, IPO, Mondioring, NVBK, Französischer Ring, KNPV

VPG:

Vielseitigkeits-
prüfung (VPG)

Diese Prüfung ist für die Gebrauchshunderassen (Diensthunderassen) konzipiert und wurde massgeblich vom Deutschen Schäferhundverein (SV) mitgestaltet.
Die Wiege der Hundesportvereine hat zu Beginn unseres Jahrhunderts im Polizeihundewesen gestanden. Von der reinen Zweckgebundenheit der Gründerzeit entwickelten sich die Aufgabenstellungen für Schutzhunde hin zum Schutzhundesport. Heute wird nicht mehr vom Schutzhundesport sondern VPG-Sport gesprochen. Einige Hundesportler haben sich gegen den neuen Namen gestreubt, was die Umbennung aber nicht verhindert hat. Richtig ist aber sicher das die alte Bezeichnung “Schutzhund“ für die heutigen VPG-Hunde beziehungsweise den VPG-Sport auch etwas irreführend ist, da diese Hunde eigentlich keinen echten Schutzhunde mehr sind sondern viel besser als Sport- und Wettkampfhunde zu beschreiben sind.

Besonders im Training, bedingt durch die neue Schwerpunktfestsetzung, bekam er eine überaus sportliche Note. Hier finden wir viel schematisches arbeiten, wo der konsequente und fähige Hundeführer gefordert wird, um dem Hund auch hier auf spielerische und konsequente Weise die möglichst korrekte Ausführung der in der VDH-Prüfungsordnung geforderten Übungsteile beizubringen.

Die Prüfungsteile sind:

  • Abt. “A” (Fährtenarbeit)
  • Abt. “B” (Unterordnug)
  • Abt. “C” (Schutzdienstarbeit)

Abt. “A” (Fährtenarbeit)

Bei der Fährtenarbeit muss der Hund in einem Gelände (z.B. Acker oder Wiese) durch den Einsatz seines Geruchsinnes Gegenstände finden und den erfolgreichen Fund seinem Hundeführer durch ein entsprechendes Verhalten anzeigen. Die Anzahl der Gegenstände und die Länge der abzusuchenden Fährte richtet sich nach den entsprechenden Prüfungsstufen (VPG I-III, FH 1 und FH 2). Die Fährtenhundprüfung (FH 1, FH 2) sind spezielle Prüfungen bei denen der Hund nur in Fährtenarbeit vorgeführt wird. Vorrausetzung ist natürlich auch hier, die bestandene Begleithundprüfung.Während sich die große Mehrheit der Hundehalter noch einmal wohlig im Bett auf die andere Seite drehen, entfaltet sich frühmorgens im Fährtengelände bereits einiges an Aktivitäten. Es macht besonders viel Spaß, wenn man beobachten kann, mit wie viel Eifer und Konzentration sich auch schon sehr junge Hunde dieser Aufgabe stellen. Die Fährtenarbeit ist gerade für den Junghund der ideale Einstieg in den Schutzhundesport, denn eine Fährte mit der Nase zu verfolgen, ist ihm angeboren. Unter fachlich qualifizierter Anleitung lernt er rasch, dass auf das Hörzeichen “Such” von ihm erwartet wird, die von seinem Hundeführer/in gelegte Fährte so weit zu verfolgen, bis er an deren Ende die verdiente Belohnung erhält. Nutzt man z. B. den Nahrungstrieb, so gelingt es schnell, die Verknüpfung “Fährte suchen gleich Futter finden” beim Hund zu erreichen. Zertretene Gräser, Kleinstlebewesen, die verletzte Ackerkrume strömen Gerüche aus, die der Hund mit seiner feinen Nase aufnehmen und von dem andersgearteten Duft der Umgebung unterscheiden kann. Der Fährte lernt der Hund unter einfühlsamer Anleitung zu folgen. Entsprechend der verschiedenen Prüfungsstufen steigern sich die Anforderungen an den Hund: Zuerst legt der Hundeführer die Fährte selbst, ab SchH II wird dies von einer zweiten Person besorgt. Daneben wird die Zeit zwischen Legen und Ausarbeiten der Fährte verlängert und die Zahl der Richtungsänderungen und “verlorenen” Gegenständen erhöht.

Abt. “B” (Unterordnung)

Die Unterordnung oder der Gehorsam sind die Grundlage der gesamten Ausbildung eines Hundes. Sie ist die Erweiterung der Ausbildung zum Begleithund und wird von der VPG-Stufe I bis zur VPG-Stufe III immer anspruchsvoller.Zu einer Vielseitigkeitsprüfung gehört der Nachweis der Führigkeit des Hundes, also seiner Bereitschaft, die Befehle seines Menschen auszuführen. Der Gehorsam bildet die Grundlage für das harmonische Zusammenwirken von Hundesportler/in und Hund. Im Training wird vom Hundeführer/in hoher körperlicher Einsatz verlangt, den was in der Perfektion so ruhig und leicht erscheint, erfordert im Übungsstadium außerordentliche Konzentration und Fitness. Die Übungsstunde variantenreich und voller Bewegung zu gestalten, ist ein Muss, damit der Hund dauerhaft Freude an der Arbeit hat. Nur wenn alle seine Sinne gefordert sind und seine Interessen berücksichtigt werden, winkt am Ende der wohlverdiente Erfolg – die korrekte und spielerisch einfach aussehende Ausführung einer Aufgabe durch unseren Vierbeiner. Getreu dem Goethewort “Dem Hunde, wenn er wohlerzogen……”, ist es für jedermann ein Genuss, wenn er einen gut ausgebildeten Hund und seinen Führer/in beim Zeigen der Übungen wie Freifolge, Abrufen, Sich auf einmaliges Hörzeichen: Hinlegen, Bringen eines Gegenstandes, Überwinden von Hürde und Schrägwand und was die Prüfungsordnung sonst noch alles verlangt, beobachten kann.

Abt. “C” (Schutzdienstarbeit)

Bei der Ausbildung im Schutzdienst der VPG wird der vorhandene Spiel- u. Beutetrieb des Hundes ausgenutzt und gezielt eingesetzt. Der Hund lernt auch unter extremen Bedingungen (Reizlage) auf die Hörzeichen seines Hundeführers zu reagieren. In der Abteilung “C” gibt es auch Beissphasen in dennen der Hund auf einen Schutzärmel beißen soll, dieser Ärmel wird landläufig auch als IPO-oder VPG-Ärmel bezeichnet.

Für die Leistungsfähigkeit eines gut veranlagten Hundes ist in dieser Sparte die sachgerechte Ausbildung unter guter Zusammenarbeit zwischen Hundeführer/in, Übungsleiter und Schutzdiensthelfer ausschlaggebend. Viel Zeit und Mühe muss investiert werden, bis der Hund die in der Prüfungsordnung geforderten Übungen von der sauberen Streife nach dem Helfer bis hin zum abschließenden Transport zum Leistungsrichter zuverlässig ausführt.

 

IPO:

Die Abkürzung “IPO” steht für Internationale Prüfungsordnung. Der IPO-Sport stellt einfach nur die internationale Variante des deutschen VPG-Sports dar. VPG und IPO existieren zwar auch nebeneinandern, Unterschiede gibt es aber bis auf ein paar Kleinigkeiten (z.B. dass man bei IPO den Hund aus dem Versteck abrufen und in VPG abholen muß) kaum. Einen IPO-Hund auf VPG umzustellen oder anders herum stellt keine größeren Probleme dar.

Mondioring (FCI):

Mondioring ist eine – von der SKG und FCI anerkannte – Arbeit der Hunde und Hundeführer/Innen. Die Mondioring Prüfungsordnung wurde auf internationaler Basis ausgearbeitet. Als Grundlage dienten die verschiedenen Ringreglemente aus Frankreich und Belgien. Durch die Schaffung der Mondioring Prüfungsordnung konnte eine weltweite Vereinheitlichung dieser Arbeit herbeigeführt werden. Allerdings dürfen nur Hunde mit FCI- anerkannten Ahnentafeln an dem Mondioring-Prüfungssystem teilnehmen, weshalb der Sport klar von Belgischen Malinois (FCI) dominiert wird.

Die einzelnen Übungen des Mondioring FCI

Aufgaben

Erläuterungen

Unterordnung:

Folgen Frei

Der Hund folgt dem Hundeführer frei bei Fuss. Die Strecke wird vor jeder Prüfung unter Einbezug des Geländes neu festgelegt.

Freiablegen

Während einer Minute muss der Hund unter verschiedenen Ablenkungen (Ballspiel, Geräusche) liegen bleiben. Der Hundeführer versteckt sich.

Futterverweigerung

Auf dem ganzen Gelände verteilt liegen 6 Futterstücke (meistens rohes Fleisch). Zusätzlich werden dem Hund zwei Futterstücke direkt vor die Schnauze geworfen. Er darf weder fressen noch daran lecken.

Apportieren

Der Hund muss einen Gegenstand apportieren. Als Gegenstand kann alles und jedes verwendet werden, das den Hund nicht verletzt und nicht mehr als ein Kilo wiegt.

Voran

Der Hund wird über 30 m geradeaus gesendet.

Positionen

Der Hund muss die Positionen Sitz, Platz, Steh je zwei Mal auf Befehl des Hundeführers einnehmen. Der Hundeführer befindet sich auf einer Distanz von 15 m.

Holz erkennen

Dem Hundeführer wird bei Prüfungsantritt ein kleines Holz abgeben. Dieses legt er bei übungsbeginn auf einen vom Richter bestimmten Punkt. Dieser legt vier Fremdhölzern dazu. Der Hund wird geschickt, das eigene Holz zu bringen.

Sprünge:

Hochsprung

Hin- und Rücksprung über max. 1.20 m

Weitsprung

über max. 4 m

Kletterwand

über max. 2.30 m

Arbeit mit dem Figuranten:

Angriff von vorne über ein Hindernis

Der Hund wird über ein max. 80 cm hohes Hindernis gesandt.

Angriff in der Flucht mit zwei Schüssen

Der Hund darf auch während der Schussabgabe nicht den Griff wechseln.

Angriff von vorne mit einem Gegenstand

Als Gegenstände dienen z.B. Tannenzweige, Bänder, Flaschen, Wasser usw.

Angriff in der Flucht abgebrochen

Der Hund wird in der Fluchtphase möglichst nahe beim Figuranten abgerufen.

Revieren nach dem Figuranten und Transport

Der Figurant versteckt sich irgendwo auf dem Gelände. Der Hund muss selbständig revieren, stellen, verbellen und begleiten.

Führerverteidigung

Es wird eine kleine Geschichte gespielt. Der Hund wird durch einen zweiten Figuranten abgelenkt. Der Hund darf den Hundeführer erst beim sichtlichen Angriff des Figuranten verteidigen.

Bewachung eines Gegenstandes

Der Hund verteidigt selbständig einen frei gewählten Gegenstand.

 

Grundsätzlich gilt für die Mondioring Arbeit: Der Hund wird nicht im Aggressionsbereich angesprochen. Die vielfältigen Aufgaben können mit absoluter Disziplin von Hundeführer und Hund bewältigt werden.

Die gesamte Arbeit / Prüfung wird auf einem sicher eingezäunten Gelände von mindestens 60 x 40 m durchgeführt. Das Halsband und die Leine müssen vor dem Start dem Prüfungskommissar abgegeben werden. Sämtliche Einwirkungen durch den Hundeführer auf den Hund werden streng bestraft. Der Hund hat dem Hundeführer freudig zu folgen und die Befehle sind rasch auszuführen. Die Aufgaben im Mondioring sind klar definiert; der Hundeführer hat aber in der Ausführung noch einigen Spielraum. So muss der Hund beim Abrufen nur zum Hundeführer kommen oder beim Apportieren kann sich der Hund beim Zurückkommen hinsetzen, wo er will. Auch das Führen des Hundes auf der rechten Seite ist erlaubt.

NVBK (belgischer Ring):

French Ring:

 

KNPV (holländischer Polizeihunde(sport):